Tanja Vujinovic: MIND GARDEN
Audiovisuelle Installation, 2026
Ort: Funkhaus Wien — 4. Stock, Flur
Termin: 11.4. – 20.4.2026
Öffnungszeiten: 17:00 – 21:00 Uhr täglich
Mind Garden entfaltet sich als ein spekulatives Ökosystem, in dem Bewusstsein, Technologie und biologische Imagination ineinandergreifen. Die Arbeit zeigt eine leuchtende Landschaft, bevölkert von ungewöhnlichen Pflanzenformen, neuronalen Strukturen und jenseitigen Organismen, die zugleich technologisch und lebendig wirken. Kugelförmige Elemente treiben wie Früchte oder Samen durch die Umgebung und fungieren als emotionale Signale, die durch eine gemeinsame kognitive Landschaft zirkulieren.
In der gesamten Installation tauchen immer wieder hybride Gesichter auf, die sich verwandeln. Masken verschieben sich, tauschen Merkmale aus und nehmen Spuren verschiedener Spezies in sich auf. Identität erscheint fließend und zusammengesetzt — eine sich entwickelnde Struktur, die durch Begegnungen zwischen Körpern, Technologien und Umgebungen geformt wird. Diese Transformationen rücken Vielfalt als generative Kraft in den Vordergrund.
Fragmente digitaler Kultur — emoji-artige Formen, Neon-Signale und synthetische Texturen — verweben sich mit botanischem Wachstum und neuronal inspirierten Netzwerken. Die Umgebung verhält sich wie ein Garten der Gedanken, in dem Signale, Erinnerungen und emotionale Zustände als lebendige Materie zirkulieren.
Mind Garden schlägt eine Verschiebung vor — weg von technologischer Angst, hin zu einer mitfühlenderen Beziehung zu den seltsamen Systemen, die wir erschaffen. Die Arbeit imaginiert eine Zukunft, in der Differenz, Neugier und Widerstandskraft zu essenziellen ökologischen Bedingungen des Bewusstseins werden. In dieser Landschaft ist Fremdheit eine Form des Wohlbefindens.
Über die Künstlerin
Tanja Vujinovic ist eine Medienkünstlerin, deren Praxis die kulturellen, emotionalen und wahrnehmungsbezogenen Dynamiken vernetzter Erfahrung erforscht. In Skulptur, Zeichnung, VR, AR, generativen 3D-Umgebungen und immersiven Installationen konstruiert sie hybride virtuelle Ökologien, bevölkert von synthetischen Avataren, techno-organischen Formen und kybernetischen Klanglandschaften. Ihre Projekte verwandeln immersive Umgebungen in spekulative Architekturen und experimentelle Gärten, in denen sich Körper, Technologien und soziale Imaginationen begegnen.
Seit 1997 wird ihre Arbeit international in Museen, Galerien und auf Festivals gezeigt, darunter das Musée d'Art moderne et contemporain Strasbourg, das Museum Kunstpalast, das Museum of Contemporary Art Denver, die Kapelica Gallery und das Künstlerhaus Wien sowie Veranstaltungen wie Ars Electronica und ISEA 2009.
Tanja Vujinovic studierte Malerei an der Universität der Künste in Belgrad sowie an der Kunstakademie Düsseldorf und promovierte in Philosophie und Theorie der visuellen Kultur an der Universität von Primorska.
Mehr über die Künstlerin und das Projekt: tanjav.art