DAS HAUS
Ein Haus, das für den Äther gebaut wurde — und nie aufgehört hat zu senden.
BIG BANG
Der mediale Urknall
Kurz nachdem das neue Medium Radio erfunden wurde, begann auch in Österreich ein neues Medienzeitalter. Was man heute den „iPhone-Moment" nennt, war damals der „Radio-Moment". Die RAVAG — Vorgängerorganisation des ORF — nahm 1924 ihren Sendebetrieb in der Wiener Innenstadt auf. Alles war live. Der Äther war direkt.
„Radio is the next big thing."
THE URGE
Ein Funkhaus muss her
Man brauchte Platz — für Schauspieler, Musiker, Sprecher, Redakteure und alle wichtigen Akteure des öffentlichen Lebens. Auf dem Grundstück an der Argentinierstraße wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Ergebnis: ein innovativer Stahlbetonskelettbau von Aichinger, Schmid und Holzmeister — flexibel, vorausschauend, gebaut für ein Medium, dessen Potenzial gerade erst sichtbar wurde.
Der Standort war perfekt: Oper, Theater, Konzertsäle, Parlament, Hofburg und Rathaus — alles in Reichweite.
FORM FOLLOWS INNOVATION
Ein Chamäleonbau
Das Funkhaus war nie fertig — es hat sich immer weiter verwandelt. Die Ö1-Studios im ersten Stock: eine Abfolge schalldichter Redaktions- und Sprecherräume. Radio Wien im zweiten Stock riss alle Zwischenwände ein und schuf eine offene Struktur. Als mehr Platz nötig wurde, verlängerte man das Gebäude einfach im selben Stil.
Gustav Peichl baute seinen Trakt zwischen die Sendesäle. FM4 entkernte den vierten Stock komplett und platzierte ufoartige Studios mitten in den Räumen.
Das Haus war und ist für jede Zeit gerüstet.
LIVING CULTURE
Vienna's Got a New Rhythm
Jetzt beginnt eine neue Zeit. Der ORF hat alle Content-Producer am Küniglberg zum Mediencampus zusammengeführt. Das Funkhaus wurde an die Rhomberg Bau Gruppe übergeben und wird gemeinsam mit BWM Designers & Architects weiterentwickelt.
Der vordere Bereich bleibt Möglichkeitsraum — ein Experimentallabor für kreatives Schaffen. Der Vorplatz wird zum offenen Treffpunkt entlang des Kulturboulevards Argentinierstraße.